| Gertrudskirche |
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Gars zählt zu den Urpfarren des Waldviertels und scheint urkundlich erstmals 1135 unter den 13 Eigenpfarren der Babenberger auf. Die Pfarrherren waren oft hohe Würdenträger bei Hof: Prinzenerzieher, geheime Kämmerer, usw. Pfarrherr M. Lang v. Wellenburg wurde sogar Kardinal u.- Fürsterzbischof von Salzburg sowie Privatsekretär von Kaiser Maximilian I. Durch 300 Jahre bestand eine Doppelpfarre mit Eggenburg. St. Gertrud war die Mutterpfarre für 6 Töchterpfarren. Da die Marktkirche leichter erreichbar war und St. Gertrud durch Gebietsabtrennung an Bedeutung verloren hatte, wurde 1797 der Pfarrgottesdienst in der Marktkirche Simon u. Judas T." verlegt. Damals wurde sogar der Abbruch der Bergkirche erwogen. Bauabschnitte: Vor 1250 spätromanische, dreischiffige Basilika mit flachen Decken, der Westturm stand an 3 Seiten frei. Eines der 4 zweiteiligen Fenster mit rom. Säule und Würfelkapitäl an der Westfront ist noch erhalten. Dieser Raum diente den Burgherren als Oratorium. Rechtes Seitenschiff: roman. Taufbecken, roman. Tor im Kirchenraum noch zu sehen. Zweite Hälfte des 13. Jh: Durch Westerweiterung Turm von 3 Seiten eingeschlossen, interessante Westfassade: vier spätrom. und frühgotische Radfenster 14. Jahrhundert: Alle 3 Schiffe durch gotische Vorbauten nach Osten vergrößert. Im Hauptchor dreiteilige Sessions- und Spitzbogennischen mit Originalbemalung: gegenüber spätgot. Sakramentshäuschen mit Gott-Vater.Zubau der Johanneskapelle an der Südseite. Wertvollster Schatz der Kirche: 3 hohe, gotische Spitzbogenfenster im Chorabschluss, von Franz Eppel als "himmelfarbiger Kristallpalast" bezeichnet. Fresken nur zum Teil erhalten; kleines Fresko in der linken Seitenkapelle erst anlässlich der letzten Renovierung (1972-75) freigelegt: Tod von Anna Teufel (1571) bei der Geburt der Zwillinge. Ab 17. Jh.: 1681 barocker Hochaltar mit schönen Schnitzarbeiten und Vergoldungen. Links: Statue der Kirchenpatronin St. Gertrud, rechts: hl. Katharina. Das große Kruzifix ist älter und wurde später eingefügt. Seitenschiffe: Ehemalige, barocke Zunftaltäre: rechts Fleischhauer, links Weber Um 1700: Aufstockung des Turmes zur heutigen Form. 18. Jh.: Kanzel mit Rumelschen Wappen (Romulus und Remus) und Kichengestühl; Einbau des hölzernen Musikchores und Barockorgel (aus einem Kloster in Tulln). Orgel anlässlich der letzten Renovierung erneuert. 19. Jh.: Flachdecke des Mittelschiffes durch Tonnengewölbe ersetzt. Viele Grabsteine mit Sinnsprüchen an den Wänden; 1972 1975: Restaurierung (900 Jahrfeier des hl. Leopold III.) Erweiterung des Friedhofes. Hauptsächlich als Begräbniskirche in Verwendung. Außenwand: Fresko des hl. Christophorus (15. Jh.) Neben dem Haupttor: hl. Hieronymus und hl. Magdalena aus Zogelsdorfer Sandstein. Karner als Familiengruft der Fam. Croy in Verwendung. |
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